Schwimmen und Schwimmstile: Brustschwimmen
Das Brustschwimmen ist der am weitesten verbreitete Schwimmstil, der von den meisten Menschen beherrscht wird. Oft ist es der einzige Schwimmstil, der überhaupt angewandt wird. Brustschwimmen zählt zu den ältesten und am meisten praktizierten Wettkampfdisziplinen. Es gilt allgemein als der am einfachsten zu erlernende Stil, als Wettkampfdisziplin wird er aber gemeinhin als der schwierigste und am härtesten zu erlernende Schwimmstil angesehen.
Beim Brustschwimmen werden die Arme unter Wasser zur gleichen Zeit nach vorne gestoßen und nach Ausführung dieser Vorwärtsbewegung durch das Wasser nach hinten gezogen. Dies erfordert einen nicht unbeträchtlichen Kraftaufwand in Armen und Brustmuskulatur. Je schneller man vorankommen will, umso konzentrierter und stärker muß diese Armbewegung stattfinden. Zum Zeitpunkt des Abschlusses dieser Armbewegung muß ein Grätschbeinschlag ausgeübt werden. Nach Ende dieses Beinschlages folgt dann wieder die beschriebene Armbewegung.
Richtig ist es, den Kopf nach dem Einatmen aufs Wasser zu legen und ins Wasser auszuatmen, wobei der Kopf nur leicht nach vorne angehoben werden sollte. Gleichzeitig sollte das Gesäss nicht zu weit absinken, so dass eine gravierende Schräglage des Körpers im Wasser vermieden wird. Als Faustregel gilt, dass der Körper waagrecht im Wasser liegt, sich auch die Schultern unter Wasser befinden, um optimal gleiten.
Bezüglich der Armbewegungen ist es wichtig, daß diese gleichzeitig und in der gleichen waagrechten Ebene durchgeführt werden. Die Hände sollten bei der Rückwärtsbewegung nicht weiter als auf die Höhe der Hüfte geführt werden. Da ein schnelles Brustschwimmen es erforderlich macht, mit dem Kopf im Wasser unterzutauchen, ist eine Schwimmbrille zu empfehlen. Ein positiver Nebeneffekt ist dabei, daß mit dem Tragen einer Schwimmbrille eine verbesserte Körperhaltung erreicht wird, da Nacken- und Rückenmuskulatur entspannt sind.
Brustschwimmen – geeignet für Schwimmanfänger, aber trotzdem mit Sorgfalt auszuführen.
Wann soll man nicht Brustschwimmen?
Das Brustschwimmen wie auch das Delphinschwimmen ist bei bereits bestehenden Beschwerden im Nacken und Rückenbereich nicht empfehlenswert. Oft wird dabei durch eine Fehlhaltung sichtbar, weil die Haare nicht nass werden sollen.
Gerade bei Problemen mit der Wirbelsäule ist das starke Zurücklegen des Kopfes beim Brustschwimmen schädlich. Dadurch werden können insbesondere einzelne Abschnitte der Wirbelsäule wie etwa Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule überstreckt werden. Diese Überbelastung kann kurz- und mittelfristig zu starken Verspannungen, langfristig zu abnutzungs- und haltungsbedingten Schädigungen an Wirbelsäule und Bandscheiben sowie zu einer dauerhaften Hohlkreuzbildung führen.
Der Kopf wird oft zu weit über die Wasseroberfläche und damit zu stark in den Nacken gelegt. Dadurch kommt es zur Überstreckung der Halswirbelsäule und einer Hohlkreuzbildung im Lendenwirbelbereich. Dies belastet die Wirbelsäule zusätzlich. Die Muskulatur verspannt sich und Beschwerden werden dadurch eventuell verschlimmert.
Ein weiteres Problem beim Brustschwimmen ist die unnatürliche Beinschlagbewegung. Gerade beim Brustschwimmen kann die Bewegung der Beine bei Menschen mit Knieproblemen eine weitere Verschlechterung bewirken. In extremen Fällen, insbesondere bei längerer und dauerhaft falscher Ausführung des Brustschwimmens, kann dies zum sogenannten „Brustschwimmer-Knie“ führen. Dabei hat die Reizung des Kniegelenks Schmerzen an der Innenseite des Knies und eine Überlastung von Innenband und Meniskus zur Folge.
Schwimmfreunde mit Problemen in Wirbelsäule und Knie sollten sich eher für Rückenschwimmen oder Kraulen entscheiden. Gerade für Menschen mit Rückenproblemen ist Rückenschwimmen ein schonender und gleichzeitig die Muskulator stärkender Schwimmstil.