Schwimmen und Schwimmstile: Delphinschwimmen
Das Delphinschwimmen ist von allen „klassischen“ Schwimmstilen wie Kraulen, Brust- und Rückenschwimmen der jüngste. Er entstand erst in den 1930er Jahren. Dabei entwickelte er sich nicht als eigenständige Bewegungstechnik, sondern entstammt dem Brustschwimmen. Anders formuliert: Manche Brustschwimmer versuchten durch einen veränderten Bewegungsablauf einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Konkurrenten zu gewinnen.
Die Technik, die sie dabei anwandten bestand darin, ihre Arme nach ausgeführten Brustzug wieder nach vorne zu bringen. Gleichzeitig übten sie mit den Beinen aber wie gewohnt die beim Brustschwimmen praktizierte Bewegung des Grätschens der Beine aus.
Erst in einer zweiten Phase, die in den 1940er Jahren zu lokalisieren ist, entwickelte sich aus dem provisorischen Armschwung der Bewegungsablauf, der typisch für das Delphinschwimmen ist. Nämlich der freie Armschwung außerhalb des Wassers, der von der Seite des Körpers naach vorne ausgeführt wird.
Erste Anfänge des Delphinsschwimmens können schon in den 1920er Jahren verortet weren. Ein US-amerikanischer Trainer hatte seinen Schwimmern den sogenannten „fishtail kick“ beigebracht. Eine ebenfalls später dem Delphinschwimmen zuzuordnende Bewegung demonstrierte Ete Rademacher bereits im Jahr 1926. Als er diese bei einer USA-Reise im drauffolgenden Jahr bei Wettbewerben einsetzte, führte dies lediglich zu Protesten, nicht aber zu seiner Disqualifikation.
Die rumpfbetonte Delphinbewegung breitete sich sukzessive aus und 1933 schwamm der US-Amerikaner Myers zum ersten Mal in der Geschichte eine längere Strecke in der Delphintechnik. Zwei Jahre später, 1935, erlaubte der Internationale Schwimmverband FINA den Einsatz des Schmetterlingsschwimmens bei Brutschwimmwettbewerben. Von diesem Zeitpunkt an breitete sich dieser neue Stil unter den Brustschwimmern immer weiter aus und gewann rasch an Bedeutung. Dies galt besonders für Wettbewerbe.
Ausbreitung des Delphinschwimmens
1953 unternahm die FINA eine Trennung von Brustschwimm- und Schmetterlingsrennen, womit das Delphinschwimmen als vollständig etabliert betrachtet werden kann. Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Delphinschwimmens war die Technik des Ungarn Tumpek, der 1957 die 100 Meter in der Technik schwamm, wie sie noch heute als Delphinschwimmen bezeichnet wird. Er machte damit diesen Scwimmstil bekannt und er fiel vor allem durch seinen abwechselnden Einsatz des Dreier und Zweierbeinschlags auf.
Im Delphinschwimmen kam es durch umfangreiche Anstrengungen vieler Sportler zu einer schnellen Verbesserung der Technik . In Verbindung mit systematisierten Trainingsmethoden hatte dies zum Ergebnis, daß sich die beim Delphinschwimmen erzielten Geschwindigkeiten innerhalb weniger Jahre sehr rasch erhöhten.
Sowohl in der Öffentlichkeit als auch bei Laien ließ dies den Eindruck aufkommen, daß das Delphinschwimmen bei einer Fortsetzung dieser Entwicklung noch höhere Geschwindigkeiten erlauben würde als das Kraulen. Dies ist exemplarisch für die Schnelligkeit und das Ausmaß, in welchem sich das Delphinschwimmen einen Platz innerhalb der etablierten Schwimmstile erkämpfte.
Delphinschwimmen gilt sicherlich nicht als der am leichtesten zu erlernende Stil. Vielmehr stimmen Schwimmexperten darin überein, daß man vor dessen Erlernen andere Schwimmarten beherrschen sollte. Am naheliegendsten ist dabei die Beherrschung des Brustschwimmens aber auch des Kraulens. So sind vom Brustschwimmen der symetrische Armzug als auch die Aufrichtung des Oberkörpers und die hohe Kopfposition beim Einatmen nützlich beim Erlernen des Delphinschwimmens. Im Zusammenhang mit dem Kraulen sind das Gleiten in Bauchlage als auch die Ausprägung von Kondition und Muskelkraft, insbesondere im Schultergürtel zu nennen.